
Jürgen Thissen ist einer der beiden "Wiederentdecker" des Neandertalers. Im Sonner 1997 fand er etwa 50 meter von der alten Untersuchungsstelle entfernt neben Steinwerkzeugen und Faunenresten auch zahlreiche Fragmente von Menschenknochen und ein kleines Knochenfragment, das an den linken Oberschenkel des Neandertalers von 1956 angepasst werden konnte. Dessen Geschichte kann damit nach 143 Jahren fortgechrieben werden.

Vor knapp 150 jahren hatten Arbeiter in einer Höhle im Neandertal Skelett-Teile eines urgeschichtlichen Menschen entdeckt. Das spektakuläre Knochenstück von damals ist die Schädeldecke. Die damalige Fundstelle fiel unmittelbar danach dem Steinbruch zunm Opfer. Alle späteren Versuche, weitere Knochen oder andere Relikte zu finden, scheiterten - bis 1997. Seitdem förderte das Grunbungsteam weitere Knochenfunde ans Tageslicht. Im Jahr 2000 entdeckten die Forscher einen Jochboden, der genau an die 1856 gefundeene Schädeldecke passt. Der Neandertaler erhielt erstmals ein Gesicht.
In der Wissenschaft umstritten ist nun, wem die ebenfalls gefundenen Werkzeuge und kulturellen Gegenstände zuzuordnen sind, dem Neandertaler oder einem Vorläufer des modernen Menschen.
Als vertiefende Information stellte Dr. Jürgen Thissen freundlicherweise zur Verfügung:
"90 Jahre Forschung im Löss von Rheindahlen" (Jürgen Thissen und Dirk Tomalak)
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