
Die jüngste Geschichte der viel diskutierten und noch häufiger postulierten „Zivilgesellschaft“ liefert nicht nur Erfolgsgeschichten, sondern ebenso auch Beispiele für Anerkennungskonflikte und Krisen. Der Vortrag untersucht diese Ambivalenz zivilgesellschaftlichen Engagements an Hand ausgewählter Beispiele auf dem Feld der privaten Musikförderung in Wuppertal, interpretiert z. B. die späte Kommunalisierung der Konzertorganisation als „Verlustgeschichte“ der Konzertgesellschaft und fragt im Gegenzug, welche Faktoren zum Erfolg des Trägervereins Immanuelskirche führten. Darüber hinaus wird der aktuelle – und weit über Wuppertal hinausgehende – Trend, den Neu- oder Umbau repräsen-tativer Konzert- und Opernhäuser zum Teil durch private Stiftungen und öffentliche Spendensamm-lungen zu finanzieren, vor dem Hintergrund historischer Beispiele diskutiert.
Dr. Stephen Pielhoff arbeitet nach dem Studium der Geschichte und Politik in Freiburg, Düsseldorf und Siegen (Promotion bei Jürgen Reulecke) als freier Historiker in Wuppertal. Arbeitsschwerpunkte sind u. a.: Stadtgeschichte und Zivilgesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert, insbesondere historische Mäzenatentumsforschung und Armenfürsorgegeschichte (z.B. für Hamburg, Dortmund, Münster, Elberfeld, Barmen).